Einzelübersetzer oder Agentur?

Gerade bei umfangreicheren Aufträgen stellt sich einem Kunden die Frage:

Wo bin ich eigentlich besser aufgehoben – bei einer größeren Agentur oder im Direktkontakt mit einem Einzelübersetzer?

Schnell und pauschal lässt sich diese Frage eigentlich nicht beantworten, denn dazu müsste man die Struktur der jeweiligen Agentur kennen, deren Arbeitsabläufe und vor allem deren Bereitschaft, kundenspezifische Termini zu beachten und zu pflegen. Und nicht zuletzt deren Möglichkeiten, größere Umfänge zeitnah durch Subunternehmer zu bearbeiten, die im jeweiligen Fachgebiet wirklich kompetent sind.

Kollegin Birgit Chengab gibt in ihrem Beitrag einen tiefen Einblick in ihre Erfahrungen und auch Ansichten ihrer Kunden.

Eines vorweg: Ich halte es langfristig nicht für gut, gesund und erstrebenswert, als freiberuflicher Übersetzer stets erreichbar zu sein 🙂 Alles andere im Beitrag nicke ich natürlich ab ….

Die Standard-Frage

 

Gestern wurden im bayerischen Radio Mitarbeiter verschiedener Berufsgruppen interviewt, welche Frage sie am häufigsten von Besuchern, Kunden, etc. zu hören bekommen.

Bei mir ist es keine Frage, sondern eine  Feststellung:

„Eigentlich könnte ich es ja selbst machen, aber …“

alternativ:

„Ich hab da schon was vorbereitet…. Sie müssen nur noch den Stempel drauf setzen.“

Kleine Erklärung am Rande: Es geht hier um beglaubigte Übersetzungen. Die darf hierzulande nicht jedermann anfertigen. Und das hat auch seinen Grund. Denn Übersetzer darf sich in Deutschland jeder nennen. Wirklich jeder.

Gibt es dafür eigentlich einen vernünftigen Grund?

Zugegeben: Es bedarf schon ein paar warmer Worte, einem Kunden klar zumachen, dass es eben nicht reicht, ein halbwegs vernünftiges Englisch im Koffer zu haben, um  z.B. den Richtlinien zur Urkundenübersetzung der Bayerischen Justiz gerecht zu werden. Und dass selbst bei einem schnöden amtlichen  Dreizeiler von der Sichtung des ersten Stempels bis zum letzten Händedruck schon mal eine Stunde Arbeitszeit dahingeht. Und manch Student findet es dann doch nicht mehr so prickelnd, sich mit der Übertragung von Notenspiegeln und  der Kenntlichmachung von Rechtsbehelfsbelehrungen auseinander zu setzen. Dafür gibt es auch noch keinen Google Translator. Falls ich etwas verpasst habe, bitte sofort melden 🙂